Vipassana – 10 Tage Meditieren ohne Internet, Handy, Laptop, Sprechen, Fleisch, Lesen, Schreiben, Körper- und Augenkontakt mit anderen, etc.

Wenn Du die Möglichkeit hättest Dein Leben für immer zu verändern, indem Du für 10 Tage ein und die selbe Sache tun müsstest, würdest Du es tun?

Warum Vipassana?

Anfang des Jahres lernte ich auf einem Seminar einen Schweizer Unternehmer kennen. Wir kamen ins Gespräch und er suchte, wie der Zufall so will, Online Marketing Beratung für seine Unternehmen.

2016 entstand daraus nicht nur eine sehr gute Geschäftsbeziehung, sondern wir wurden auch gute Freunde. Da ich wusste, dass er spirituell gesehen schon sehr viel getan hatte, fragte ich ich ihn während eines Calls:

„Du sag mal, was war eigentlich die spirituellste Erfahrung, die Du in Deinem Leben bis jetzt gemacht hast?“

Er antwortete mir ohne zu zögern mit „Vipassana!“.

Ich war sehr verwundert, da ich in meinem ganzen Leben noch nie davon gehört hatte und ich kenne mittlerweile viele verrückte Sachen. Ich fragte ihn also was das sein solle.

„Daniel hast Du schonmal Koks oder Ecstasy genommen?“

Was ist das denn für eine komische Frage? Ich verneinte beides, worauf er mir erklärte, dass Du Dich nach Vipassana 2 Wochen wie auf diesen Drogen fühlen würdest. Mit Ausnahme von den negativen Nebenwirkungen.

„Daniel, ich wusste nach 10 Tagen wer ich bin und was ich hier auf der Erde tun muss und möchte. Ich kam nach Hause und zerschlug mein Unternehmen. Daraus gründete ich ein paar Neue und konnte so all meine Mitarbeiter retten.“

Wow, wie kann man denn in 10 Tagen so einen Durchblick über sein eigenes Leben bekommen? Und warum zum Teufel hatte ich bei all den Büchern, Kursen und Seminaren noch nie etwas davon gehört?

Ich traf in diesem Gespräch die Entscheidung das Gleiche zu tun. Ich werde Vipassana machen. Ich wollte das, was er hatte auch!

Als er mir dann aber anschließend erklärte was das sei und was Du dafür tun müsstest, antwortete ich darauf: „Bist Du verrückt!? Das ist doch geisteskrank!“

Doch meine Entscheidung blieb. Ich hatte nämlich gelernt, dass wenn Du verrückte Resultate in Deinem Leben haben möchtest, Du verrückte Dinge tun musst.
„Um wie 1% der Menschen zu leben, musst du das tun, zu dem nur 1% der Menschen bereit sind.“

Was ist Vipassana?

„Vipassana ist eine der ältesten Meditations-Techniken Indiens. Lange verloren für die Menschheit, wurde es von Gotama dem Buddha vor mehr als 2500 Jahren wiederentdeckt.

Das Wort Vipassana bedeutet „Die Dinge zu sehen, wie sie wirklich sind“. Es ist der Prozess der Selbstreinigung durch Selbstbeobachtung.

Man beginnt mit der Beobachtung des natürlichen Atems, um den Geist zu konzentrieren. Mit einem geschärften Bewusstsein fährt man fort, die sich verändernde Natur von Körper und Geist zu beobachten und die universelle Wahrheit der Vergänglichkeit, des Leidens und der Egolosigkeit zu erfahren.

Die Realisierung der Wahrheit durch direkte Erfahrung, ist der Prozess der Reinigung. Der gesamte Weg (Dhamma) ist ein universelles Heilmittel für universelle Probleme und hat nichts mit irgendeiner organisierten Religion oder Sekte zu tun.

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Aus diesem Grund, kann sie von jedem, jederzeit, an jedem Ort, ohne Konflikte auf Grund von Rasse, Gemeinschaft oder Religion frei ausgeübt werden und wird sich gleichermaßen für jeden als nützlich erweisen.“
„Buddha lehrte nie eine konfessionelle Religion; er lehrte Dhamma - der Pfad zur Befreiung - welcher universell ist.“ - S.N. Goenka

Daniel, möchtest Du mit nach Bali fliegen?

Ich hatte die Entscheidung getroffen. Ich nahm mir aber vor, nicht aktiv danach zu suchen, sondern es spontan auf Reisen mal zu machen. Sobald es sich halt mal ergeben würde.

Vipassana Center werden durch Spenden unterstützt und dürfen kein Geld verlangen. Es gibt Center auf der ganzen Welt, ja sogar in Deutschland.

Ich wollte diese Erfahrung aber unbedingt in Asien machen, da mir die Vorstellung von Deutschland nicht zugesagt hatte.

Dass man viel Glück brauchte, spontan einen Platz irgendwo zu bekommen, war mir nicht bewusst. Es gibt in der Regel eine Wartezeit von 3 – 6 Monaten.

Wichtig ist, sich ein offizielles Center zu suchen, dass mit Audio und Video-Kursen von Meister S.N. Goenka arbeitet.

Was keiner wusste, ich wollte das unbedingt in Bali machen. Ich wollte schon immer mal nach Bali fliegen und hatte mir aus irgendeinem Grund in den Kopf gesetzt, ich würde es dann dort tun.

Mitte des Jahres passierte dann etwas ziemlich verrücktes. Glaubst Du an Zeichen?

Innerhalb von 2 Wochen, fragten mich drei verschiedene Freunde komplett unabhängig von einander, ob ich Ende des Jahres nicht mit ihnen nach Bali fliegen wollen würde.

Bei der dritten Person musste ich lachen, denn ich bitte Dich, will man da noch von Zufall sprechen?

Das verrückte war, dass die dritte Person meine Freundin war. Zu diesem Zeitpunkt waren wir noch Freunde. Als ich ihr von Vipassana erzählte, sagte sie sofort: „Ich mache das Ende des Jahres. Willst Du mit nach Bali kommen?“.

Da sie im Gegensatz zu meinen anderen Freunden in Bali zu einem Center gehen wollte, entschloss ich mich das mit ihr zu machen. Witzig, dass wir jetzt im Nachhinein das gemeinsam als Paar gemacht haben.

Es wurde nicht Bali. Warum nicht und wo es stattdessen hinging, erfährst Du im Laufe des Artikels.

Der Kodex der Disziplin

„Die Grundlage der Praxis ist Sila – moralisches Verhalten. Sila bietet eine Grundlage für die Entwicklung von Samadhi – Konzentration des Geistes. Reinigung des Geistes wird erreicht durch Panna – Weisheit durch Einsicht.“

Die Grundsätze
„Alle, die an einem Vipassana-Kurs teilnehmen, müssen gewissenhaft die folgenden fünf Bestimmungen für die Dauer des Kurses durchführen:

1. sich von dem Töten jedes Lebewesens zu enthalten
2. sich vom stehlen zu enthalten
3. sich aller sexuellen Aktivitäten zu enthalten
4. sich dem Lügen zu enthalten
5. sich von jeglichen Rauschmitteln zu enthalten

Es gibt drei zusätzliche Vorschriften, welche von alten Studenten erwartet werden, während des Kurses Folge zu leisten. (Alte Studenten sind diejenigen, die einen Kurs mit S.N. Goenka oder einem seiner Assistenzlehrern bereits abgeschlossen haben.)

6. nach dem Mittagessen auf Essen zu verzichten
7. auf sinnliche Unterhaltung und körperliche Dekoration zu verzichten
8. sich zu enthalten luxuriöse Betten zu benutzen“
„Für wirkliches Glück, für echtes dauerhaftes und stabiles Glück, muss man eine tiefe Reise in sich selbst machen und zusehen, dass man all das Unglück und Elend los wird, das in den tieferen Ebenen des Geistes gespeichert ist.“ - S.N. Goenka

Ist Vipassana wirklich überall gleich?

Du hast bereits erfahren, dass es nicht Bali wurde.

Als die neuen Termine freigeschaltet waren, waren 3 Tage Warten schon zu spät. Alles war ausgebucht. Bei der nächsten Runde konnten wir uns noch 2 Plätze in Kambodscha sichern.

Perfekt, dachten wir. Meine Freundin und ich wollten uns Jahresende eine Auszeit in Bangkok nehmen und hätten mit einem günstigen Inlands-Flug im neuen Jahr nach Kambodscha fliegen können.

Dass Kambodscha eine nicht so gute Wahl war und wir uns in Zukunft bei Reisen ganz genau darüber informieren werden, wo es überhaupt hingeht, dass wurde uns bei der Ankunft erst klar.

Vipassana wird in den offiziellen Centern gleich gelehrt, mit Hilfe der Lehre von Meister S.N. Goenka. Diese findet per Audio und Video statt. Der Meister vor Ort ist für Fragen da und zur Anleitung der Technik.

Jedoch sind die Umstände unter denen man Vipassana ausübt variabel und unsere sollten die 10 Tage zu einer absoluten hardcore Erfahrung machen.

Panik bei der Anreise

Wir kamen Abends einen Tag vor Beginn des Kurses in der Hauptstadt Kambodschas Phnom Penh an. Kulturschock.

Aus dem Flughafen draußen, umkreisten uns 20 Taxifahrer. Sie wollten unser Gepäck nehmen und wir hielten es zur Sicherheit in eigenen Händen.

Einer der Fahrer ging also mit uns zu seinem „Taxi“. Es stellte sich heraus, dass es nur ein Tuktuk war. Die Fahrt in die Innenstadt zu unserem Hotel sollte ca 45 Minuten dauern.

„Haltet eure Sachen sehr fest und passt auf. Hier gibt es viele Tuktuk Diebe, die beim vorbei fahren euch die Sachen entreissen könnten.“ Nach dieser einladenden Anmerkung des Fahrers ging es los.

Es wurde dunkel und wir fuhren mit einem Dreirad, vollgepackt mit unseren Koffern und Rucksäcken quer durch die Stadt.

Wegen der Rush Hour auf der langen Hauptstraße beschloss unser Fahrer dann einfach Seitenstraßen und Umwege durch die ärmsten Viertel der Stadt zu nehmen. Bei Nacht!

Die Innenstadt war auch nicht viel besser. Die extremen Umstände erinnerten mich an meine Zeit in Indien. Dennoch ist Kambodscha extrem im Aufschwung. Überall Baustellen von Wolkenkratzern. Vielleicht das nächste Bangkok in 10-20 Jahren.

Für uns in diesem Moment aber totale Überforderung. Smog, volle Straßen, extremer Lärm, die Ungewissheit unserer Sicherheit. Und eine sehr lange Fahrt voller Anspannung.

Dann der extreme Kontrast unseres Hotels. 4 Sterne, 20€ die Nacht. Die Angestellten sprachen perfektes englisch und klärten die hitzige Diskussion mit dem Tuktuk-Fahrer, der uns abziehen wollte und das doppelte des Preises verlangte.

Jetzt hieß es die Umstände verdauen und zur Ruhe kommen, bevor es am nächsten Morgen 2 Stunden aus der Stadt heraus aufs Land ginge.

Dem Umständen entsprechend und zur unserer eigenen Sicherheit, entschlossen wir uns mit dem ganzen Gepäck nicht den Bus für 3$ zu nehmen und einmal umzusteigen, sondern uns mit einem richtigen Taxi für 50$ direkt zum Center fahren zu lassen.

Täglich grüßt das Murmeltier

„Der folgende Zeitplan für den Kurs wurde entwickelt, um die Kontinuität der Praxis beizubehalten. Für beste Ergebnisse wird den Schülern empfohlen, sich so genau wie möglich daran zu halten.“

4:00 Uhr… Morgen Weck-Glocke
4:30-6:30 Uhr… Meditieren in der Halle oder im eigenen Zimmer
6:30-8:00 Uhr… Frühstückspause

8:00-9:00 Uhr… Gruppen-Meditation in der Halle

9:00-11:00 Uhr… Meditieren in der Halle oder im eigenen Zimmer
11:00-12:00 Uhr… Mittagspause

12:00-13:00 Uhr… Pause und Interviews mit dem Meister

13:00-14:30 Uhr… Meditieren in der Halle oder im eigenen Zimmer

14:30-15:30 Uhr… Gruppen-Meditation in der Halle

15:30-17:00 Uhr… Meditieren in der Halle oder im eigenen Zimmer
17:00-18:00 Uhr… Abendessen bzw. Teepause

18:00-19:00 Uhr… Gruppen-Meditation in der Halle
19:00-20:15 Uhr… Lehrer Diskurs in der Halle
20:15-21:00 Uhr… Gruppen-Meditation in der Halle
21:00-21:30 Uhr… Fragen-Zeit in der Halle
21:30… Ruhezeit auf dem Zimmer – Lichter aus!
„In der Meditation ziehst du dich von anderen zurück und fokussierst deine aufmerksamkeit nach innen, um reinheit des geistes und weisheit zu generieren. Dann musst du extrovertiert werden und diese energie nutzen. Wenn du einen weitsprung machst, musst du zuerst ein paar schritte rückwärts machen. Dann rennst du und springst. Genau so ziehst du dich erst zurück, beobachtest dich selbst, entwickelst Klarheit und setzt weisheit frei. Dann machst du einen weitsprung in die gesellschaft und dienst ihr. diese zwei schritte können nicht getrennt werden.“ - S.N. Goenka

Wichtiger Hinweis:

Die Erfahrung von Vipassana in einem Center ist umso einfacher, desto weniger Erwartungen man an die Erfahrung selbst hat.

Erzählt Dir zum Beispiel jemand er hätte ein Licht gesehen, setzt Du Dich dort hin und wartest die ganze Zeit auf die selbe Erfahrung und verwehrst Dir so Deine eigene.

Es ist wie einem Hasen hinterher zu jagen. Rennst Du ihm hinterher, wird er immer ein Stück schneller sein und Du kriegst ihn nie zu fassen.

In den folgenden Zeilen habe ich versucht so wenig wie möglich über meine Ergebnisse und dem was ich in der Meditation erlebt habe, zu erzählen.

Dennoch solltest Du Dir überlegen, die folgenden Zeilen zu lesen, falls Du bereits den Entschluss getroffen hast, diese Erfahrung machen zu wollen.

Ich habe den Artikel mit Zitaten von Meister S.N. Goenka erweitert. Sie zeigen, was ich unter anderem von ihm gelernt habe.
„der geist verbringt die meiste zeit verloren in phantasien und illusionen, erlebt angenehme oder unangenehme erfahrungen und nimmt die zukunft mit eifer oder angst vorweg. während wir uns in solchen verlangen oder abneigungen verlieren, sind wir nicht bewusst darüber, was jetzt gerade passiert, was wir jetzt tun.“ - S.N. Goenka

10 Tage Vipassana:

0. Panik

Ich war während der Taxi-Fahrt zum Vipassana Center entpsannt und genoss die Landschaft und die fremden Eindrücke.

15 Minuten vor Ankunft überkam mich plötzlich ein ganz komisches Gefühl. Panik kam in mir auf. Ich hatte die Umstände hier gesehen. Wie würden die Umstände im Center wohl sein?

Einfachste Verhältnisse. Sehr nette Menschen, trotzdem kam ich mir als Weisser direkt wie ein Aussenseiter vor.

Nach der Registrierung konnte ich mein Zimmer beziehen. Bilder zeige ich Dir hier lieber nicht. Über meinem Bett hingen 7 große Spinnen. Im Rest des Zimmers weitere. In der Ecke ein Ameisen-Nest zur Begrüßung. Die großen, roten Ameisen. Sehr aggressive Biester kann ich Dir sagen.

Ein sehr hartes, einfaches Holzbett, Bettsachen, Moskito-Netz und Edelstahl Becher und Teller. Das sollten abgesehen von meinen Anziehsachen, all mein Besitz für die 10 Tage werden.

Das „Bad“ war in einem schrecklichen Zustand. Einfache Dusche und eine Toilette ohne Spühlung, aber hey, ich hatte immerhin Strom und fließend Wasser.

Zurück im Registrierungs-Raum kam mir meine Freundin total aufgelöst und verweint entgegen. Sie war normalerweise hart im Nehmen und ich fragte ob alles in Ordnung sei.

„Nein! Hast Du mal unsere Zimmer gesehen?“

Ich versuchte sie zu beruhigen und meinte, die Spinnen bleiben in ihren Netzen und tuen uns nichts. Außerdem würden sie die Moskitos etwas abfangen.

„Spinnen? In meinem Zimmer war eine riesige Ratte an der Wand und in meinem Bad eine Kakerlake.“ (Die Managerin lachte und entsorgte alles aus ihrem Zimmer)

Wir entschlossen uns nach einer halben Weltreise das jetzt durchzuziehen. Was sind schon 10 Tage? Das wird uns gut tun.

In den 10 Tagen kämpfte ich mit Hornissen-ähnlichen Insekten in meinem Zimmer, sah Gottesanbeterinnen, riesige Heuschrecken, bei Nacht Eidechsen soweit das Auge reichen konnte und große, gefährliche Skorpione konnte man auch entdecken.

Dann um 16 Uhr wurde bereits die „Noble Silence“ eingeführt. Männer und Frauen wurden getrennt und Abends ging es schon mit der ersten Einführung los.

1. Mein Geist und Körper gegen mich

Wie soll ich das nur schaffen? Der erste Tag zehrte an meiner Substanz.

Es ist eigentlich ganz einfach.

Konzentriere Dich auf die kleine Stelle zwischen Nase und Lippe und beobachte alles, was Du dort wahrnehmen kannst.

Keine Konzentration. Es hatte gefühlt 40 Grad in der Meditations-Halle und mich plagten Kopfschmerzen, Rückenschmerzen und Knieschmerzen.

Der Meister sagte bereits, dass Geist und Körper sich in den 10 Tagen wehren würden. Sie sind Jahre lang auf etwas anderes konditioniert worden. Sie möchten nicht, dass Du in dich gehst.

Gut, dachte ich mir. Es wird in den nächsten Tagen wohl besser werden.
„Eine empfindung erscheint und zuneigung oder abneigung beginnen. dieser flüchtige moment, wenn wir uns diesem nicht bewusst sind, wird sich wiederholen und verstärkt sich in begierde und abneigung, wird eine starke emotion, die schließlich das bewusstsein überwältigt.“ - S.N. Goenka

2. Muss der Notarzt kommen?

Wow. Wenn meine Konzentration am zweiten Tag schon so viel besser ist, dann werden die 10 Tage ja ein Kinderspiel.

Ich kam richtig gut in die Meditation rein. Mein Geist schärfte sich und ich nahm immer besser Wahrnehmungen in dem kleinen Bereich unter der Nase war.

Schweifte ich mit meinen Gedanken ab, versuchte ich mich neu zu sammeln und wieder auf die Stelle zu konzentrieren.

Gerade als ich dachte, dass alles super laufen würde, passierte es.

Ich mache meine Augen auf. Das atmen fällt mir schwer. Mein Körper ist energielos. Ich schaue auf die Uhr. 5 Minuten vor Ende der Session. Meine Klamotten sind nass. Ich habe einen Schweissausbruch am ganzen Körper.

Das hatte nichts mit der Hitze zu tun. Das war etwas anderes. Ich beschloss die 5 Minuten noch zu warten.

Was ist los mit mir? Was soll ich jetzt tun?
Ich kann doch nicht wegen irgendeiner Krankheit am zweiten Tag schon abbrechen.

Es fühlte sich ernst an. Ich hatte das Gefühl, dass mich meine gesamte Energie verlassen würde.

Angst kam auf. Ich war am ganzen Körper überseht mit Moskitostichen. Meine Haut sah schlimm aus. Was wenn ich mir irgendetwas eingefangen habe?

Die Glocke läutete. Ich trug mich mit letzten Kräften nach draußen und wartete auf den Manager. Ich schilderte ihm meinen Zustand. Ich konnte kaum stehen. Ich hatte nicht einmal mehr Kraft meinen Mund zuzuhalten.

Er beruhigte mich mehr oder weniger: „It’s a trick of the mind.“

Sehr lustig. Ich glaube nicht, dass das eine Gegenwehr auf Grund der Meditation war. Ich sollte auf mein Zimmer gehen und wenn ich das Gefühl hätte, es wäre wirklich was ernstes, so soll ich zum Meister gehen.

Ich schleppte mich zu meinem Zimmer. Duschte mich kalt ab, trunk sehr viel Wasser und legte mich kurz hin.

15 Minuten später klingelte die Glocke. Die nächste Session steht an. Mir ging es wieder gut.

Was war das? In einem Moment fühlt es sich an, als würde ich sterben und im nächsten ist wieder alles gut. Könnte sich mein Körper wirklich so sehr gegen das wehren, was hier passierte?
„wahre weisheit ist zu erkennen und zu akzeptieren, dass jede erfahrung vergänglich ist. mit dieser einsicht wirst du nicht durch höhen und tiefen überwältigt. Und wenn du in der lage bist, ein inneres gleichgewicht zu halten, kannst du dich dazu entscheiden, in einer weise zu handeln, die glück für dich und andere erschafft.“ S.N. Goenka

3. Doch kein großes Ego?

Einer der „älteren“ Studenten sprach sehr gutes Englisch. Er half mir bei der Registrierung und beim Aufbau des Moskito-Netzes.

Er belächelte mich dabei. Was soll ich machen. In Europa braucht man so etwas nicht.

„Ich hoffe Du ziehst das hier durch“, sagte er zu mir und lächelte. Er nahm mich nicht ernst.

Den Spanier in meiner Gruppe auch nicht. Er sagte uns beiden das Gleiche.

„Ich bin um die Halbe Welt gereist für das hier. Ich ziehe das durch!“

Der Typ hat schon Vipassana gemacht? Also erleuchtet ist für mich etwas anderes. Wieso verurteilt er uns so, nur weil wir aus dem Westen kommen?

Ich war zu voreilig und bekam am dritten Tag direkt wieder eine Lektion. Ich hatte ihn wohl auch direkt verurteilt.

In der Mittagspause holte er mich mit einem Handzeichen in den Gang. Er brach sein Schweigen und übergab mir eine seiner Meditationshosen.

Ich trug die ersten Tage mein weisses Bettlaken um meine Hüfte gebunden. In Kombination mit meinem weissen T-Shirt sah ich schon ziemlich erleuchtet aus ;-)

In der Meditationshalle müssen nämlich Knie und Schultern bedeckt sein. Ich hatte für meine 3 Wöchige Reise nur Jeans eingepackt.

„Ich habe gesehen Du läufst mit einem Laken herum. Hier hast Du eine Hose von mir, die sollte Dir passen. Mir ist auch aufgefallen, dass Du Probleme mit dem Essen hast. Du kannst jederzeit zum Manager gehen. Er wird dafür sorgen, dass Du Dich hier wohl fühlst.“

Wow. Mit so einer Geste hatte ich nicht gerechnet. Doch kein großes Ego.

Wie schnell wir uns in Menschen irren können, nur weil wir sie sofort verurteilen.
„wenn ich mich selbst beobachte und feststelle, dass ich wut, krankheit, feindseligkeit generiere, dann begreife ich, dass ich das erste opfer des hasses oder der feindschaft bin, die ich in mir selbst erschaffe. erst danach fange ich an, anderen zu schaden. und wenn ich frei von dieser negativität bin, dann fängt die natur an mich zu belohnen: ich fühle mich so friedlich.“ - S.N. Goenka

4. Die Arbeit beginnt

Jetzt ging es los. Wir mussten nun all unsere Körperteile beobachten. Außerdem hieß es, wir sollten langsam damit klar kommen, still im Schneidersitz zu sitzen.

Ich wechselte die Positionen öfters in den Sessions. Ich bin ja keine Buddha-Statur. Die Rücken- und Knieschmerzen waren echt übel. Schwer sich dabei zu konzentrieren.

Meister Goenka lachte und sagte, Du sollst die Augen während dem Meditieren nicht aufmachen. Du tust es trotzdem und schaust Dich um. Alle um Dich herum sitzen da wie Buddhas und Du fragst Dich, wie sie das schaffen. Das Lustige ist nur, dass es jedem so geht.

Es war Wahnsinn. Dort waren 60 und 70 jährige, die das erste mal Vipassana machten. Diese Männer waren gezeichnet und konnten teilweise kaum gerade laufen. Sie saßen ganz ruhig da.
„Alte Konditionierungen aus dem kopf zu entfernen und den geist zu trainieren, mehr ausgeglichener mit jeder erfahrung zu sein, ist der erste schritt, um wahres glück zu erfahren.“ - S.N. Goenka

5. Erleichterung

Ich genoss die Ruhe. Für mich war das Schweigen kein Problem. Es war so schön still. Andere hatten es da wohl schwieriger.

Es war mega interessant zu sehen, wie wir uns als Gruppe entwickelt haben.

Ich fühlte mich erst wie ein Aussenseiter und jetzt waren wir ein Team. Ich hatte das Gefühl die Männer und ihre Geschichten zu kennen. Sie kamen aus der ganzen Welt verteilt her.

Eine Verbundenheit trotz Schweigen und dem Verbot Augen- und Körperkontakt zu haben.

Auf der Infotafel im Essens-Raum entdeckten wir dann einen neuen Absatz. Es ging ums Stille sitzen. Natürlich hatten sie auch dafür irgendein indischen Fachausdruck.

Der Absatz sagte, man solle sich nicht selbst fertig machen, wegen dem still Sitzen. Vipassana sei da, sein Leid aufzulösen, nicht sich zu quälen.

„Wenn Du meinst, es geht wirklich nicht mehr, dann wechsle die Position. Arbeite jedoch hart an Dir. Wenn Du heute viermal die Position gewechselt hast, dann wechsle sie morgen nur dreimal.“

Mich überkam Erleichterung. Es war schwer für mich still zu sitzen.
„unser leiden kommt von ignoranz. wir reagieren, weil wir nicht wissen, was wir tun, weil wir nicht die wirklichkeit von uns selbst kennen.” - S.N. Goenka

6. Ich ertrage sie nicht mehr

Vipassana alleine ist schon hardcore. Für mich jedenfalls. Aber 10 Tage lang in sich zu gehen und das bei gefühlten 40 Grad war nochmal eine ganz andere Nummer.

Ich ertrug die Hitze in diesem Land einfach nicht mehr. In meinem Zimmer und in der Meditations-Halle gab es lediglich Ventilatoren, die wenn überhaupt für eine leichte Brise sorgten.

Das war jenseits von allem was ich bisher erlebt hatte. Egal ob Indien oder Thailand, Kambodscha setzte ordentlich einen drauf.

Wie sollte ich mich so konzentrieren können? Ich duschte mich zwischen fast jeder Session kalt ab und achtete darauf viel zu trinken. Es war wirklich eine Tortur.

Den anderen schien es nicht so schwer zu fallen. Einer der Mönche wollte einmal sogar, dass deren Ventilator ausgemacht wird. Ich dachte der spinnt.
„Vipassana ist die kunst des lebens. nicht die kunst zu entkommen.“ - S.N. Goenka

7. Licht ohne Dunkelheit?

Mir wurde erzählt, dass Vipassana wie eine emotionale Achterbahn sei. Du siehst das hellste Licht in Dir und die tiefste Dunkelheit. Am Ende sei aber alles gut.

Man sollte es auch auf keinen Fall im Prozess abbrechen. Vipassana ist wie die Säuberung einer Wunde. Du schneidest sie auf und alles gute und schlechte kommt heraus.

Während des Prozesses abzubrechen halte ich für sehr schädlich sogar.

Ich stellte mich also auf diese Höhen und Tiefen ein. Das komische war, dass es mir sehr gut ging. Ich genoss die Stille, ging immer mehr in mich selbst und hatte wenn dann belanglose negative Erinnerungen, die hoch kamen.

Ich dachte mir, ich habe in den letzten Jahren so intensiv meine Vergangenheit aufgearbeitet, dass da vielleicht nichts sehr schlimmes mehr hochsprudeln kann.

Dagegen war das „Licht“ in mir sehr hell. Ich hatte Visionen von der Zukunft. Ich sah ganz real, was ich beruflich tun würde, als würde es gerade geschehen. Ich sah viel Gutes. Es reichte in verschiedenen Bildern sogar bis ins Rentenalter, in dem ich mit meinen Enkeln spielte. Sehr verrückt, aber auch sehr schön.
„es ist ein grundlegendes menschliches verlangen, dass jeder ein glückliches leben möchte. dafür muss man wahres glück erleben. das sogenannte glück, das man erlebt, indem man geld, macht und sinnesvergnügen hat, ist kein wirkliches glück. es ist sehr zerbrechlich, instabil und flüchtig. für echtes glück, für dauerhaft stabiles glück, muss man eine reise tief in sich selbst machen und all das unglück in den tieferen ebenen des geistes loswerden. solange es elend in der tiefe des geistes gibt, erweisen sich alle versuche, sich auf der oberfläche des geistes glücklich zu fühlen, als zwecklos.“ - S.N. Goenka

8. Geister der Vergangenheit

Gerade als ich mich wunderte, schlug sie zu. Meine Vergangenheit. Ich hatte seit über 10 Jahren schwere, psychische Atemnot. Über 10 Jahre, an denen ich mich jeden Tag mehrmals so fühlte als würde ich ersticken. Ich wusste es mit der Zeit nicht bemerkbar zu machen, so dass es meinem Umfeld selten auffiel.

Ende 2016 hatte ich nach einer Menge an Ärzten, Therapeuten und Experten endlich Menschen gefunden, die mir helfen konnten. Ich bekam ein großes Stück meines Lebens zurück. Das habe ich Bahar Yilmaz und Jeffrey Kastenmüller zu verdanken.

Doch in diesen Tagen kam alles zurück. Ich bekam kaum Luft und es viel mir schwer mich zu konzentrieren. Meine Vergangenheit holte mich ein. Die traumatische Kindheit, all die Schlägereien in der Jugend, in die ich ungewollt verwickelt wurde und alles schreckliche was passiert ist, musste ich wieder durchleben.

Egal wie sehr ich versucht habe mich auf die Meditation zu konzentrieren. Es hatte keinen Zweck. Mich überkam die Gefühlswelt von damals. All die Wut und der Hass waren wieder da. Ich hatte Angst, nach der jahrelangen Arbeit an mir selbst, mit diesen Gefühlen hier weg zu gehen.

Es war wirklich schlimm und sehr real. Ich wusste nicht wohin mit mir oder was ich tun sollte. Ich ging letztendlich zum Meister. Ich erzählte ihm, dass mich all diese Gefühle und Erinnerungen plagten und ich mich nicht mehr konzentrieren könne.

„Das ist gut. Übe weiter. Das ist ganz normal, wenn Du tiefer in Dein Bewusstsein hinabsteigst. Jedesmal, wenn eine Ebene aufbricht, setzt Du all die Emotionen und Erinnerungen frei. Das ist Teil des Prozesses.“
„wir können nicht in der vergangenheit leben; sie ist vorbei. wir können auch nicht in der zukunft leben; sie ist für immer jenseits unserer reichweite. wir können nur in der gegenwart leben. wenn wir uns nicht bewusst sind über unsere gegenwärtigen handlungen, sind wir dazu verurteilt, die fehler der vergangenheit zu wiederholen und können niemals die träume für unsere zukunft erreichen.“ - S.N. Goenka

9. Vipassana

Es war tatsächlich wie sie sagten. Am Ende ist alles gut. Ich riss mich zusammen, fand wieder Konzentration und wir lernten einen letzten wichtigen Teil der Technik.

Vipassana war da. Wenn Du wissen möchtest, was hier passiert, solltest Du es selbst machen. Ich versuche mich bewusst mit Ergebnissen und dem was in den 10 Tagen passiert zurückzuhalten.

Jede Erwartung, die Du dadurch bekommen würdest, würde es Dir erschweren das zu bekommen, was Du dort erhalten sollst.

Vipassana ist für jeden anders. Jeder sieht andere Dinge und macht andere Erfahrungen.
„Frieden und Negativität können nicht koexistieren, genau so wie Licht und Dunkelheit nicht koexistieren können.“ - S.N. Goenka

10. Eine letzte Technik

Nach Tag 5 dachte ich, ich schaffe das hier nicht. Erst die Hälfte geschafft? Jeder Tag glich dem anderen und doch passierte so viel. Es war tatsächlich schon Tag 10.

Es kam mir vor wie eine halbe Ewigkeit und nicht nur 10 Tage. Gleichzeitig waren die Tage aber auch nur ein kleiner Augenblick.

Um 10 Uhr morgens wurde die „Noble Silence“ aufgehoben. Der Meister hatte es angekündigt und genau so war es auch. Die Konzentration konnte man ab da vergessen.

Zu viel zum austauschen, zu viel Gespräche. Der Kopf war überall, außer in der Meditation.

Es war so interessant die verschiedenen Erfahrungen der anderen zu hören. Jeder machte etwas anderes durch.

Abschließend gab es eine allerletzte Technik. Wie man die Meditation mit einem tiefen Gefühl von Dankbarkeit und Mitgefühl beendet. „May all beings be happy“.

Ich verstand woher Meister Goenka seine Geduld und sein Verständnis für die Menschen hernahm. Die Technik brachte Frieden.
„wenn wir die fähigkeit entwickeln können, uns des gegenwärtigen augenblicks bewusst zu werden, können wir die vergangenheit als leitfaden für unser handeln in der zukunft nutzen, damit wir unsere ziele erreichen.” - S.N. Goenka

Der Mönch mit dem Energy-Drink

Ich war der einzige, der sein Zimmer auf der Hausseite der Mönche hatte. Einer der jüngeren Mönche zischte tatsächlich jeden Tag seine Energy Drinks.

Da wird keinem Wesen Leid zugefügt, ja nichtmal eine Blume gepflügt, streng vegetarisch ernährt, das ganze Leben lang meditiert und dann trinkt der da Energy Drinks. :-D

Über die Mönche habe ich mir in den Tagen sehr viele Gedanken gemacht.

Warum sind wir hier?

Wir sind hier um eine menschliche Erfahrung zu machen. In meinen Augen flohen diese Mönche auf eine Art und Weise. Du gibst alles, was Dich zum Menschen macht auf und widmest Dein Leben dem Ziel der Erleuchtung.

Aber was ist Erleuchtung? Du meditierst so lange Vipassana, bis jede Ebene Deines Bewusstseins aufgebrochen ist. Bis Du wie Buddha nur noch Essenz bist. Alles was Dich als Mensch ausgemacht hatte ist weg.

Was bist du dann noch? In der Essenz sind wir alle gleich. Ich habe für mich in den 10 Tagen festgestellt, dass das nicht der richtige Weg ist. Für mich jedenfalls.

Die Technik an sich ist super. Sie hilft Leid so zu sehen wie es ist und Dinge nicht mehr so sehr an sich ranzulassen. Nach Erleuchtung werde ich jetzt aber nicht streben.
“wenn es keinen frieden in den köpfen der einzelnen gibt, wie kann es dann frieden in der welt geben? sorge zuerst für frieden in deinem eigenen geist.” - S.N. Goenka

Würde ich es nochmal tun?

Nein. Niemals wieder. Sage niemals nie? Die 10 Tage reichen mir. Verstehe mich nicht falsch. Ich glaube ich bin als Mensch unglaublich gewachsen. Einerseits wegen den extremen Umständen und andererseits durch das in mich gehen.

Es war aber auch absolut grenzwertig und ich denke, das ganze ist nicht mehr im Sinne von Buddha. Vipassana ist über 2500 Jahre alt und müsste auf die aktuelle Zeit „geupdatet“ werden.

Ich dachte mir ganz oft, anstatt jetzt eine Stunde zu versuchen in die tiefe Meditation zu kommen, könnte ich auch mein iPhone aus dem Safe holen und mit binauralen Beats innerhalb von 10 Minuten in dem gewünschten Zustand sein.

Ob Du es tun solltest? Das liegt ganz bei dir. Fühlst Du, dass Du das machen solltest? Nur Du kannst wissen, was wirklich gut für dich ist.

Ich bereue es jedenfalls überhaupt nicht und bin sehr dankbar für die Erfahrungen und das Gelernte.

Vielleicht hilft Dir ja eine Frage die ich mir immer wieder gestellt habe. Was sind 10 Tage verglichen mit 365 Tagen? Und was sind 10 Tage verglichen mit dem Rest Deines Lebens?

Ich zumindest kann sagen, ich habe Vipassana gemacht. Und das auch noch in Kambodscha.

Oh man, ich habe echt einen Knall :-D

Den Artikel möchte ich gerne mit den Worten des Meisters S.N. Goenka beenden: „May all beings be happy“. 


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12 Comments
  • Willi
    Februar 6, 2017

    Hallo Daniel, Deine Vipassana Geschichte hast Du klasse beschrieben! Ich fühle mich an die Prophezeiungen von Celestine erinnert. Toller Autor; mach weiter so!!!

    Liebe Grüße und viel Erfolg

    Willi

    • Daniel
      Februar 21, 2017

      Danke lieber Willi!

      Beste Grüße

  • Bettina
    Februar 7, 2017

    Hi Daniel,

    vielen Dank für diesen ausführlichen und persönlichen Bericht. Das klingt ja wirklich unglaublich und unvorstellbar. Schon allein das Umfeld und die Situation vor Ort lassen einen schwer annehmen, wie du das durchgehalten hast. Meinen großen Respekt dafür!

    Ich habe zuvor auch noch nie von so etwas gehört. Vipassana ja – dank Yoga, aber dass es so Zentren und 10-Tage-Meditation unter solchen Bedingungen gibt wusste ich nicht.

    Ich weiß nicht, ob ich mich an so etwas trauen würde, aber wie du sagst „Sag niemals nie“. Dennoch bleibe ich erst einmal dabei, daheim für mich zu meditieren ;) Danke auch für die vielen Zitate. Ich werde sie mit in meine Meditation nehmen!

    Die Abschlussworte kenne ich gut. In meinem Yogakurs ist das das Mantra, das zu Beginn und zum Ende hin gesungen wird, nur mit Worten des Sanskrit ;)

    Alles Gute dir
    Liebe Grüße
    Bettina

    • Daniel
      Februar 21, 2017

      Vielen Dank liebe Bettina :-)

  • Michael
    Februar 9, 2017

    Hey Daniel,

    bei deinen abschließenden Worten musste ich kurz lachen. Anscheinend bin ich nicht der einzige, der öfter mal verrückte Sachen ausprobiert. :D
    Wirklich interessante Geschichte, die du hier schreibst. Ich selber habe von Vipassana vorher noch nicht gehört und war sehr neugierig, wie es dir erging.

    Wie kurzfristig sind die Plätze ausgebucht? Du schreibst ja, dass du deinen Wunschort nicht bekommen hast.
    Schade, denn Bali ist wirklich besonders (zwar etwas touristisch geworden, aber trotzdem genial). War dort vor zirka 3 Jahren. Kann ich nur empfehlen.

    Hmm, die Zustände des Centers scheinen ja nicht so berauschend gewesen zu sein, aber ich sage immer: Wieder eine Erfahrung reicher :D

    Schöne Grüße, Michael von http://www.learning-man.de

  • Ben
    April 1, 2017

    Hallo Daniel,
    Vielen Dank für Deinen Artikel! Sehr inspirierend.
    Ich hatte zeitweise Tränen in den Augen und einen Klos im Hals. Es sieht so aus als bräuchte ich genau sowas mal.
    Bis vor kurzem habe ich an so etwas gar nicht geglaubt. Aber ich bin so leer und kaputt. Werde es wohl mal probieren auf diesem Weg!
    Würdest Du sagen, dass man zwingend einen geführten Tagesablauf und etwas Zwang braucht? Oder kann man das auch allein schaffen? Oder jemand kommt mit zur Unterstützung…
    Ich kenne da Orte wo ich es mir sehr gut vorstelle n könnte.
    Danke…
    Ben

    • Daniel
      April 3, 2017

      Hallo lieber Ben,

      ich würde es auf jedenfall in so einem Center machen, anstatt alleine irgendwo. Ich denke der Rahmen und die Sicherheit sind sehr wichtig. Unterstützung ist natürlich immer von Vorteil, aber nicht wirklich zwingend. Die meisten Leute meiner Truppe kamen alleine.

      Es gibt ja wirklich gute Center in zum Beispiel Deutschland oder Österreich.

      Ich wünsche Dir viel Erfolg bei Deiner Reise.

  • Maren
    Juni 4, 2017

    Lieber Ben,
    Tränen in den Augen, Klos im Hals, kaputt sein ( Ausgebranntsein ) …………….
    Ich bin mir sicher ( nicht 1000%, fühle aber ein deutliches Unbehagen ) bei dem Gedanken, dass Du Vipassana machen möchtest. Zumindest zum jetzigen Zeitpunkt. ( Eventuell hast Du es bereits praktiziert ) Eventuell ist Dein Empfinden keine Gerührtheit, da Du weisst, dass dies das Richtige für Dich ist, sondern die Anzeichen eines lang übersehenen Burn Outs. Ich möchte Dir nicht zu nahe treten. Kenne es jedoch selber, auch durch meine berufliche Tätigkeit.Falls es nicht so ist – ist es supergut. Falls eventuell doch, erhole Dich sowohl physisch, als auch psychisch bevor Du Dein System komplett überforderst. Alles Liebe und Gute. Maren

    Hallo Daniel,
    toll beschrieben. Die Umstände waren sicherlich extrem. Hat Deine Freundin das Vipassana bis zum regulären Kursende durchgestanden ? Wie ist es Ihr ergangen ? Alles Liebe und Gute auch Dir, Maren

    • Daniel
      Juni 6, 2017

      Hallo liebe Maren, ja sie hat es auch durchgehalten ;-)

    • Ben
      Juni 11, 2017

      Hallo Maren,
      ja das ist richtig so – ich habe es (noch) nicht gemacht. Aber ich habe mich mit geführter Meditation befasst und das hilft wirklich super gut. Das mit dem Burn-Out hat sich mittlerweile leider „offiziell“ bestätigt und ich bin nun dabei, einiges in meinem Leben radikal umzustellen. Danke für Deinen Kommentar!!
      Ben

  • Wilma
    September 5, 2017

    Hallo Daniel
    Ich bin momentan in Südindien (mache hier Freiwilligenarbeit) und habe soeben einen 10tägigen Vipassana Kurs hinter mich gebracht.
    Das Zenter hier ist auf dem Land und relativ schön. Die Unterkunft war recht sauber (für indische Verhältnisse) und das Essen gut.
    Für mich war es eine extreme Erfahrung. Das Härteste was ich je gemacht habe & gleichzeitig wahrscheinlich auch das Beste!
    Ich empfehle wirklich jedem der das machen möchte sich in ein Zenter zu begeben und zwar am besten dort, wo es für einen selbst stimmig ist. Für mich hat Indien (Tiruvannamalai, ein Kraftort mit dem heiligen Berg Arunachala) absolut gepasst. Ich hätte es an keinem anderen Ort machen wollen. Zumindest nicht den ersten Kurs.
    Ich finde es enorm wichtig, dass man betreut wird, denn es kann so viel “Dreck“ hochkommen. Die Lehrer haben mich sehr unterstützt (war noch 2 Tage krank – Temperatur, Durchfall, musste mich auch mehrmals übergeben). Sie haben Liebe ausgestrahlt. So etwas habe ich noch nie erlebt!
    Ich habe die 10 Tage durchgehalten und bin dankbar dafür. Ob es etwas bringt, wird sich erst in Zukunft heraus stellen. Mr Goenka empfiehlt ja jeden Tag mindestens 1 Stunde am Morgen und 1 Stunde am Abend zu meditieren und das mindestens ein Jahr lang…
    Ich wünsche jedem, der das in Angriff nimmt viel Kraft!
    Dir lieber Daniel weiterhin viel Erfolg und Freude mit dem was du tust.
    May all beings be happy!
    Liebe Grüsse Wilma

    • Daniel
      September 6, 2017

      Hallo liebe Wilma,

      vielen Dank, dass Du Deine Erfahrungen mit uns teilst!
      Genau so ist es :-)

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